Markt berichtet engagiert für uns als Bürger und Verbraucher. In der letzten Sendung im N3-Fernsehen ging es in einem Beitrag um Gebühren für Falschparker und Abschleppkosten die in den genannten Städten wohl stark variieren. In Hannover z.B. nur 46,- und in Hamburg bis zu 267,- Euro fürs Abschleppen. Als Beispiel hatten Sie einen Falschparker gefunden, der sein Auto aus dem „Autoknast“ abholen musste.
Jetzt könnte man ja denken, Markt hätte ein Beispiel gefunden, wo der Fall nicht so eindeutig war, eine Verwarnung oder ein Ticket vielleicht ausgereicht hätte. Aber nein, der gute Mann stand mit seinem Wagen dicht vor einem Zebrastreifen und gefährdete so der Übergang für die Fußgänger, die in der Sicht behindert wurden.
Man kennt ja die Bilder aus „der 7. Sinn“: Kinder gehen zwar wie befohlen über einen Zebrastreifen und fühlen sich sicher. Sehen aber das herannahende Auto nicht, weil ein parkendes Auto die Sicht versperrt. Im Markt-Bericht war es aber nicht ein normaler PKW, wo ein Erwachsener drüber gucken kann, sondern ein Van oder Bulli, wie es früher hieß, mit verdunkelten Scheiben, so dass man auch nicht durchschauen konnte.
Im Beitrag wurde der Wagen „Familien-Van“ genannt und der Halter war ein „Abschlepp-Opfer“. Also der Van war meiner Meinung nach ein schwarzer, neuer „Business-Van“ und der Mann im schicken Anzug ein Falschparker, der seinen Luxus-Van immer dort abstellt, wo es ihm gerade passt.
Zurecht finde ich muss er für seine falsch geparkte Riesenkiste knapp 450,- Euro für einen Spezial-Abschlepper bezahlen. Statt aber seinen Fehler einzusehen und die Sache gut seien zu lassen kommt er jetzt mit einem Anwalt und will einen Teil des Geldes zurückbekommen. Ist zwar sein Recht dies zu versuchen, aber im Fernsehen sich als Opfer darstellen zu lassen, obwohl er rücksichtslos geparkt und so der Gemeinschaft geschadet hat…
Gleich danach der nächste merkwürdige Bericht. Ein Ehepaar hat teure Schrott-Gartenstühle gekauft, die ihnen im 3. Jahr, nach der 2-jährigen Gewährleistung, unterm Hintern zusammen brachen. Man weiß nicht: Standen die im Winter ungeschützt draußen, wurde das Holz gepflegt? Na, egal. Die wollten jedenfalls die Stühle vom Verkäufer repariert haben, wohl eher erneuert, denn die waren total kaputt. Hallo? Gibt es da nicht schlimmere Verbrechen am Verbraucher? Oder sind die wirklich schwarzen Schafe noch nicht aus der Sommerpause zurück?
Also wenn kritisch über ungerechte Gebühren berichtet wird, dann bitte auch wirklich ungerechte Fälle schildern. Gibt ja genug Gerüchte denen man mal nachgehen könnte. Von Blitzern an ungefährlichen Stellen wo nur abgezockt werden soll. Politessen, die Nachts, werktags, in Wohngebieten ohne Durchgangsverkehr Autos aufschreiben, die entgegen der Fahrtrichtung parken und andere merkwürdige Nacht- und Nebelaktionen. Oder Händler, die wirklich gegen Recht und gute Sitten verstoßen und denen man dann auf die Pelle rücken kann.