Der hallmännische Fluch

Für den Wintergarten brauchten wir einige Schränke, um dort mal ein bisschen Ordnung reinzubringen. Habe mir bei Ikea den Küchenplaner runtergeladen und mir zwei Hochschränke und einen Unterschrank mit Arbeitsplatte zusammengebastelt. Das Ganze bei Ikea hochgeladen und heute war ich da, um die Sachen zu kaufen. Habe extra heute, am Montag, Urlaub genommen, weil ich keine Lust hatte dort am Samstag aufzuschlagen.

In der Küchenabteilung kam ich dann auch gleich dran. Der Ikea-Mitarbeiter dort hat sich meine Planungsdatei geholt und mir noch eine andere Arbeitsplatte empfohlen, die gerade im Angebot war. Dadurch war noch Luft für einen Staubsaugerauszug für einen der Hochschränke. Der Auszug kostet nämlich fast so viel, wie ein kompletter Schrank (und so viel, wie unser Staubsauger).

Dann hatte ich einen Haufen Papier. Einen Teil der Sachen musste ich mir im SB-Lager zusammensuchen, den anderen bei der Warenausgabe abholen. Also ich habe meine Sachen korrekt aus dem SB-Lager geholt…

Kam mir beim Einladen ins Auto schon merkwürdig vor. Ein Haufen Kartons, hauptsächlich Holz. Lang und schwer. Dieser Auszug ist aber sperrig und leicht. Na, in einem der Kartons wird er wohl schon drin sein, dachte ich. Vielleicht irgendwie zusammengefaltet und zum Selbstzusammenstecken oder so. Zu Hause merkte ich dann, dass einer der beiden hallmännischen Flüche zugeschlagen hatte. Der erste ist Bauch ab 30 und der zweite ist ein oder mehrere fehlende Teile beim Einkaufen. Der Auszug fehlte.

Habe mich dann erst mal bei Ikea mit dem Telefoncomputer unterhalten, um zu erfahren, dass ich das vor Ort regeln musste. Also bin ich wieder nach Bielefeld gefahren. Dort erfuhr ich, dass die Ware korrekt das Lager verlassen hatte und es keinen Fehlbestand gab. Man zeigte mir noch mal das Paket mit dem Auszug und das hatte ich definitiv nicht auf dem von der Warenausgabe gepackten Einkaufswagen. Es war groß, leicht und das einzige mit Plastikbändern.

Man machte mich darauf aufmerksam, dass ich die Waren von der Warenausgabe zu kontrollieren habe. Steht zwar dick auf einem der Zettel aus dem Zettelhaufen und ist eigentlich auch klar, aber ich war an dem Morgen der einzige Kunde an der Warenausgabe und ich dachte, die können bestimmt besser Sachen aus dem Lager holen und auf einen Wagen packen als ich. Schließlich ist das ihr Beruf, wenn auch nicht ihre Berufung.

Wir einigten uns, dass ich den Auszug mitnehmen kann und dafür noch mal die Hälfte zahle. Wenn der verschwundene Auszug wieder auftaucht, bekomme ich das Geld zurück. Ich denke aber nicht, dass dies passieren wird. Wahrscheinlich ist das Paket auf einem fremden Einkaufswagen gelandet.

Drückermethoden durch “Medienberater”

Die Vorgehensweise beim Aufschwatzen von neuen Digitalkabel-Verträgen bei uns war kein Einzelfall. Die Verbraucherzentrale Bielefeld berichtet:

“Mit der Drohung, die Abschaltung des analogen Programms im Kabelnetz stünde kurz bevor, werden Kabelkunden immer wieder zum Abschluss eines Vertrages gedrängt”.

Siehe auch

Apotheke ohne Bargeld

Nach “Bank ohne Bargeld” jetzt “Apotheke ohne Bargeld”. Brauchte Nasenspray und Augentropfen wegen Heuschnupfen. Kostet so 11,- Euro zusammen. Wollte mit Hunderter bezahlen. “Ich kann leider nicht wechseln. Ich habe heute erst 10 Euro eingenommen.” Ja, ist das hier ein Flohmarkt oder eine Apotheke?

Es gehört ja auch zum Service, dass genügend Wechselgeld in der Kasse ist. Besonders, wenn man knapp neben Juwelier Laufer seinen Laden hat und jetzt die betuchten Kunden vom “Weltstadthaus” in die Innenstadt ströhmen. Und auch, wenn man 50% teurer ist (habe ich nachgeprüft) als eine Internetapotheke.

Abzocke?

DVD-Set bei Amazon Deutschland 73,99 Euro. Gleiches DVD-Set (ohne deutsche Tonspur) bei Amazon UK 30,13 Euro. Beide inkl. Versand und Steuer. War nach 3 Tagen da. Da fühlt man sich bei dem deutschen Preis etwas auf den Arm genommen. Im MediaMarkt kostet das Set übrigens auch so 70 Euro.

Kunde droht mit Auftrag

Von Finanz- oder Wirtschaftskrise merke ich hier nix. Den Handwerken geht es jedenfalls noch sehr gut. Der erste Maler, den ich angerufen habe, wollte für ein Zimmer 1200,- Euro plus MwSt. ohne Material und ohne Tapetenabkratzen haben. Man merkte schon beim Gespräch, dass er an dem Auftrag nicht interessiert war. Inseriert zwar im MT bei den Kleinanzeigen, also für die Zielgruppe Privathaushalte, macht aber Angebote, die sich kein Privatmann leisten kann. Der zweite wollte sich das Zimmer gar nicht erst ansehen. Und den Dritten bekamen wir nur über Vitamin B, weil die Firma bei meiner Cousine um die Ecke ist und sie den Inhaber kennt. Wohl gemerkt wir reden hier vom Tapezieren, nicht vom Raketenbau.

Heute das Gleiche beim Fernsehtechniker. Bei uns an der Straße gibt es einen. Kurz bei uns vorbeifahren, Schüssel anschrauben und ausrichten. Schnell verdientes Geld. “Nö, machen wir nicht.” Angeblich wegen Garantie (also Gewährleistung). Er wäre dann “dran”, wenn irgendwas kaputt geht. Nur wenn wir das Teil bei ihm gekauft hätten. Hallo? Natürlich muss er nur Gewähr für seine Dienstleistung leisten. Also das Anbringen. Also wenn ein Fachbetrieb davon ausgeht seine Arbeit würde auf eine Gewährleistung hinauslaufen, ist es auch kein Fachbetrieb.

Natürlich müssen die Leute nicht jeden kleinen Auftrag annehmen. Aber wir sind hier in der Kleinstadt Minden. Sowas spricht sich doch rum. Ich empfehle doch keine Leute weiter, für die ich als Kunde nicht gut genug bin oder die mir  haufenweise Stuss erzählen.

Western Union Überweisungsquatsch

Bekannte von meiner Frau aus Dänemark hat was in Deutschland bestellt. Firma lieferte nicht nach Dänemark. Also haben wir das Paket angenommen und per UPS weiter nach Dänemark geschickt. Hat 20 Euro gekostet. Die Dänin hat mir den Betrag per Western Union überwiesen.

Das soll alles ganz einfach und unkompliziert gehen. Mit der Überweisungsnummer und meinem Perso gehe ich zur Post. Anstehen. Dann: “Ja, Sie müssen erst dieses Formular ausfüllen. Da drüben bitte am Tisch”. Absender, Empfänger, Betrag usw.

Wieder anstehen. Die Postfrau gibt das in den Computer ein. Kann meine Handschrift nicht lesen. “Wie lautet der Nachname?”. Ich buchstabiere. “Nein, schreiben Sie es noch mal auf. – Sie müssen auch unterschreiben”. Ich sage: “Da steht -Empfangsbestätigung-. Das unterschreibe ich eigentlich erst nach dem Empfang.” “Ja, müssen Sie aber, sonst geht es nicht.” Ich unterschreibe. “So, jetzt müssen wir warten. Stellen Sie sich am Besten dort an die Ecke. Ich bediene zwischendurch einen anderen Kunden.”

Ich warte. “So, jetzt können wir es mal probieren”. Und dann kam dies hier.

Dann muss die Postfrau bei Western Union anrufen. Das erste schnurlose  Telefon geht nicht. Das zweite geht nicht. Endlich geht eins. Es kommt raus: Der Absendernachname passt überhaupt nicht. “Sie müssen das mit dem Absender genau absprechen und dann noch mal wieder kommen.” Oder ich pfeif auf die 20 Euro und schone meine Nerven.

“Medienberater” will Kabel abschalten (Update)

Heute war dieser Kerl bei meiner 83jährigen Mutti, die Gott sei Dank eigentlich für solche Heinis nicht die Tür öffnet. Es war heute aber eine Bekannte zu Besuch und die war gerade an der Tür.

Er stellte sich als Mitarbeiter eines regionalen Kabelfernsehanbieters vor (“Sie haben ja einen analogen Kabelanschluss von uns”) und soll sehr ungehalten gewesen sein. Ich war ja leider nicht dabei. Er soll gesagt haben, meine Mutter wäre ja schon mehrfach angeschrieben worden und sie hätte sich darauf gar nicht gemeldet. Und wenn sie sich nicht melden würde, würde der Kabelanschluss stillgelegt werden.

Ich sagte nur: “Ja, klar!” Die Masche kennen wir doch schon. Der Typ hatte eine Karte da gelassen. Sowieso “Im Auftrag” des Kabelfernsehbetreibers. Also nix Mitarbeiter. Sein Name und Handynummer eingestempelt. Klar, nur eine Handynummer, keine Büroadresse. Angekreuzt war “Unser Medienberater bittet dringend um Rückruf”. Dem gefallen habe ich ihm gleich getan.

Gedächtnisprotokoll:

Ich: “Sie waren heute bei meiner Mutter, <Adresse>. Worum ging es denn?”.

Er: “Ja, sie haben doch einen analogen Kabelanschluss bei uns.”

Ich: “Ja, und?”

Er: “Wir haben sie doch mehrfach angeschrieben. Es geht um den Umstieg auf Digital-Fernsehen.”

Ich: “Ja, und?”

Er: “Ja, das analoge Kabelsignal wird ja im Sommer nächsten Jahres abgeschaltet.”

Ich: “Gut, dann läuft der Vertrag dann ja aus.”

Ich dachte: “Was redet er da für einen Quatsch.”

Er: “Ja, aber das ist doch ja auch günstiger mit dem Digitalfernsehen.”

Ich: “Ja, aber ich müsste einen neuen 2-Jahresvertag abschließen.”

Er: “Ja, aber dafür erhalten sie eine Preisgarantie für diese Zeit.”

Das Verkäufergeschwafel wurde mir zu blöd und um das Gespräch zu beenden sagte ich:
“Wir planen nächstes Jahr auf Satellit umzustellen. Das lohnt sich also für uns nicht mehr.”

Er, etwas missgelaunt: “Dann hat sich die Sache ja erledigt.”

Das war der “dringende” Rückruf.

War also genauso, wie ich es mir gedacht hatte. Das ist nur ein Vertreter, der den Leuten neue 2-Jahresverträge aufschwatzt und dafür Provision bekommt.

Ich gehe morgen mal zur Verbraucherberatung und frage, ob sie schon mal von dem Typen gehört haben…

Update: Habe eben mit dem Kabelfernsehbetreiber telefoniert. Die haben natürlich noch keinen Abschalttermin für Kabelanalog. Frühestens 2010 laut Vorschlag der Bundesregierung (bzw. EU) aber bei dem Unternehmen ist noch kein Termin fixiert. Die Dame am Telefon hat sich den Namen des “Medienberaters” notiert.

Siehe auch:

Paket in die Türkei (Update)

Tiras Tante arbeitet neuerdings in der Türkei und wir haben ihr ein Care-Paket hingeschickt mit indonesischem Instant-Food und Klamotten.

Ich auf der DHL-Seite:

Absender, Empfänger, Gewicht und “weiter”. Angaben für den Zoll. Uff. Bezeichnung, Anzahl, Gewicht, Herkunft. Ich habe das Paket schon zugeklebt. Keine Ahnung, was da alles drin ist. Also wieder aufschneiden, auskippen und alles zählen. Dann wieder alles rein und wieder zukleben. Und “weiter”. “Ihre Session ist abgelaufen”. Mist, was hatte ich da alles eingetragen?

So, bezahlen mit Kreditkarte auf einem merkwürdigen Formular von einem Zahlungssystem-Partner ohne jeglichen Hinweis auf DHL. Jetzt die Papiere ausdrucken. “Diese Papiere bitte in eine Versandtasche und ans Paket kleben. Versandtaschen bekommen Sie kostenlos in der DHL-Filiale.” Gut, also da hin.

Schlange stehen. Paket wiegen. Genau 10kg. Ich reiche ihm meine Papiere mit Einlieferungsbestätigung und Zollunterlagen. “Das brauchen wir nicht. Das Verfahren hat sich geändert. Wir drucken das hier aus.” “Wirklich?” “Ja”. Gut.

Draußen überlege ich: Die brauchen doch diese Zollpapiere. Oder drucken die die selber aus? Oder geht das jetzt vielleicht sogar ganz elektronisch? Daten habe ich ja eingegeben. — Nee, der meinte mit “Ausdrucken” bestimmt nur den Einlieferungsbeleg. Der hat nur geschaut, ob das Gewicht mit dem Aufkleber übereinstimmt und hat gar nicht gemerkt, dass das Paket ins Ausland geht.

Ich also wieder rein. Der gute Mann ist nicht mehr am Schalter. Ich stelle mich an. Gehe dann zum Kollegen. “Ich weiß von nix! Da kommt der Kollege fragen Sie den!”. Der hatte mich innerhalb dieser zwei Minuten schon wieder vergessen und ich musste ihm das Paket beschreiben. Was soll ich sagen? “Das einzige 10kg-Monster-Paket das in den letzten zwei Minuten bei Ihnen abgegeben wurde”. Er rennt nach hinten. Wieder nach vorn. Ich sage: “Es steht dort auf dem Wagen in der Ecke”. “Ach ja!”  ?-)

Gut das das noch geklappt hat. Sonst wäre das Paket garantiert wieder zurück gegangen. Sonst wären 35,- Euro Versand und 20,- Euro Rückversand in den Wind geschossen.

Nachtrag: Da einige meine wirren Gedankengänge nicht nachvollziehen konnten hier die Geschichte noch mal kurz: Ich habe zwei Mal die Sendung mit Zollangaben auf der DHL-Seite eingegeben und ausgedruckt. Der Postmann wollte die Papiere aber nicht haben. Ich bin aber noch mal rein in die Filiale und habe nachgefragt und natürlich gehörten die ausgedruckten Sachen (zusätzlich zum Adressaufkleber) ans Paket geklebt.

Das Paket ist übrigens bisher (19.11.) noch nicht angekommen.

Lidl schickt Kunden zu Konkurrenz

Beim Lidl gibt es heute im Sonder-Non-Food-Angebot Pfeffermühlen zu kaufen. Beim Lidl gibt es aber keine Pfefferkörner. Das bedeutet, dass jeder Lidl-Kunde, der dort eine Pfeffermühle kauft, seine Pfeffermühlenkörner woanders kaufen muss. Und zwar nicht nur einmal, sondern immer, wenn die Mühle leer ist. Das Produkt erfordert also, dass die Kunden regelmäßig woandern einkaufen gehen müssen. Ob das so schlau ist?