Wer heute nicht auf der Anti-Atomkraft-Mahnwache in Minden war, der hat etwas verpasst.
Wie jeden Montag trafen sich die Atomkraftgegner um 18.00 Uhr auf dem Marktplatz in Minden. Zur gleichen Zeit fand eine e.on-Veranstaltung in der Bürgerhalle statt. Unser “Lieblings-Atomkraft-Provider” versuchte sein Image mit einer Informationsveranstaltung zum Thema Energiesparen aufzubessern. Also entschloss man sich relativ spontan diese Veranstaltung zu besuchen.
Zuerst wurde vor der Bürgerhalle demonstriert. Dann fragte eine engagierte Dame “Wollen wir rein gehen!” und natürlich wollten wir. Was wir vorfanden war Bürgermeister Buhre an einem Rednerpult vor einer aufwendig beleuchteten e.on-Werbung. Er begrüßte die Demonstranten, die ihren Unmut erst einmal durch Gesänge und Pfeifen zum Ausdruck brachten.
Herr Buhre bemühte sich zu erklären, dass er ja auch schon gegen Atomkraft demonstriert habe. Das glaube ich ihm sogar, aber in dem Szenario vor der e.on-Werbung wirkte es doch etwas peinlich. Auf Nachfragen der Bürger, woher denn die Stadt Minden ihren Strom beziehe, nuschelte er den Namen e.on, betonte dann aber, dass die Frage der städtischen Stromlieferanten bald diskutiert werden würde.
Herr Buhre lud die Demonstranten ein zu bleiben und an einer Diskussion teilzunehmen. Eine nette Geste. Wie ich erfuhr, war er auf der 1. Mahnwache in Minden dabei und danach im Urlaub. Vielleicht war es für einige (jedenfalls für mich) etwas überraschend ihn vor diesem e.on-Plakat zu sehen. Jedenfalls verließen die meisten Demonstranten die Bürgerhalle und vor dieser wurde dann diese bizarre Begegnung noch einige Zeit diskutiert.














