Werte, nicht Bärte

Die Hannoversche Allgemeine über einen Rock-Song (Piratenpartei):

“Alle, die mit uns den Bundestag kapern, müssen Piraten mit Bärte sein.” Die Leadsängerin Lena Simon, ihr fehlt das besungene Attribut, singt unverdrossen weiter…

Werte! Nicht Bärte! Der Text steht doch direkt neben dem Youtube-Video!

Jetzt haben sie es auch noch verschlimmbessert:

„Alle, die mit uns den Bundestag kapern, müssen Piraten mit Werten sein.“ Die Leadsängerin Lena Simon, ihr fehlt das besungene Attribut, singt unverdrossen weiter…

Das ihr ein Bart fehlt, ist schon klar. Aber durch die Korrektur werden ihr jetzt fehlende Werte vorgeworfen. Mag sein, aber das war vom Autor wohl nicht so gemeint. Oder doch?

Mutti mit Kindern im Imbiss

“Na, ihr beiden! Sitzt ihr zu Hause auch mit dem Hintern auf dem Esstisch?”, wollte ich die beiden Kleinen fragen, die von Mutti im Imbiss auf den Esstresen gesetzt wurden. Aber man bekommt als Antwort meistens “Ja, klar!” oder “Wir haben gar keinen Esstisch”. Also habe ich es mir verkniffen.

Später saßen die Kinder dann draußen mit ihren Hintern auf dem Treppenabsatz vorm Eingang und warteten, bis Mutti zu Ende gegessen hatte. Da sag mir einer Kinder haben keine dreckigen Hosen.

Berti seine Brötchen und Shorty seine Brötchen [Update]

Die Bäckereien hier finden es irgendwie toll ihre Backwaren mit eigenen Markenproduktnamen zu versehen. Bei der Bäckerei Bertermann heißen die Abendbrötchen “Bertis”. Das habe ich ja noch verstanden – dem Bertermann seine Brötchen. Jetzt gibt es bei ihm natürlich nicht nur Abendbrötchen, sondern auch andere. Zum Beispiel “Griesslis”. Da habe ich nicht so schnell geschaltet. Ich hatte eine Assoziation mit Grizzly. Ich dachte das wären besonders große Brötchen, obwohl die nicht größer aussahen, wie die anderen. Oder die machen bärenstark oder so. Vielleicht irgendwas für Kinder. Dann habe ich mal gefragt. Nein, das sind Grießbrötchen und die mochte ich dann auch lieber, als die normalen Abend- oder Schnittbrötchen.

Es kommt noch hinzu, dass in der Filiale die beiden Sachen mit “Berti’s” und “Griessli’s” beschriftet sind. Und ich immer abgelenkt wurde durch meine Überlegungen, ob der Apostroph denn dort richtig ist oder nicht.

Jetzt ist bei uns um die Ecke eine andere Bäckerei bei der ich öfter bin. Und dort fragte ich dann nach Grießbrötchen. “Die heißen bei uns Shorty’s!”, sagte die Verkäuferin. Das verwirrte mich noch mehr. Wieso heißen die Shorty’s? Bisschen klein kamen die mir schon vor. Und ist der Apostroph hier richtig? Ist aber immerhin ein englisches Wort. Ich latsche zwar regelmäßig in diese Bäckerei, aber erst kürzlich habe ich auf den Namen geschaut: Schortemeyer. Deswegen heißen die “Shorty’s”. Aber warum hat er seine Abendbrötchen nicht lieber so genannt, wie der Berti?

Fragen über Fragen.

Update 24.07.09:

Bei Bäckerei Redeker an der Marienstraße heißen die Grießbrötchen übrigens “Knackis”. An der Marienstraße ist nämlich die Polizeibehörde und einige Beamte sacken dann in der Bäckerei diese Brötchen ein (also kaufen). Deshalb hat man die Brötchen dort “Knackis” getauft.

Wenn Marketing nach hinten los geht

Vodafone hat eine neue Werbekampagne und richtet sich an die selbst erfundene “Generation Upload”. Im Werbespot ist u.a. Profi-Blogger Lobo zu sehen und die mir bisher unbekannte Comic-Autorin “Frau Schnutinger”.

Die Webgemeine fühlt sich persönlich angesprochen, allerdings nicht so, wie Vodafone sich das gedacht hatte. Sie fühlen sich nämlich nicht ernst genommen. Das liegt wohl hauptsächlich daran, dass Vodofone rucki-zucki diesen komischen, freiwilligen Vertrag von der von von [stotter] der Leyen zum Thema Internetsperren unterschrieben hat und jetzt einen auf guten Kumpel der Internetgemeinde macht.

Da Vodafone selber nicht so toll die neuen Möglichkeiten des WWW (Twitter, Blogs, usw.) zur Kommunikation mit ihrer Zielgruppe nutzt, rotzt sich diese in den Webauftritten von Lobo und Frau Schnutinger aus. Während Lobo dies als Change zum Eintritt in einen Dialog sieht und ironisch twittert “Werbung ist mir inzwischen viel zu kommerziell geworden.”, ist Frau Schnutinger geschockt von den Kommentaren und hat dies zum Anlass genommen sich erst mal aus dem Web 2.0 zurückzuziehen.

Was Vodafone machen wird, ist noch offen.

Der hallmännische Fluch

Für den Wintergarten brauchten wir einige Schränke, um dort mal ein bisschen Ordnung reinzubringen. Habe mir bei Ikea den Küchenplaner runtergeladen und mir zwei Hochschränke und einen Unterschrank mit Arbeitsplatte zusammengebastelt. Das Ganze bei Ikea hochgeladen und heute war ich da, um die Sachen zu kaufen. Habe extra heute, am Montag, Urlaub genommen, weil ich keine Lust hatte dort am Samstag aufzuschlagen.

In der Küchenabteilung kam ich dann auch gleich dran. Der Ikea-Mitarbeiter dort hat sich meine Planungsdatei geholt und mir noch eine andere Arbeitsplatte empfohlen, die gerade im Angebot war. Dadurch war noch Luft für einen Staubsaugerauszug für einen der Hochschränke. Der Auszug kostet nämlich fast so viel, wie ein kompletter Schrank (und so viel, wie unser Staubsauger).

Dann hatte ich einen Haufen Papier. Einen Teil der Sachen musste ich mir im SB-Lager zusammensuchen, den anderen bei der Warenausgabe abholen. Also ich habe meine Sachen korrekt aus dem SB-Lager geholt…

Kam mir beim Einladen ins Auto schon merkwürdig vor. Ein Haufen Kartons, hauptsächlich Holz. Lang und schwer. Dieser Auszug ist aber sperrig und leicht. Na, in einem der Kartons wird er wohl schon drin sein, dachte ich. Vielleicht irgendwie zusammengefaltet und zum Selbstzusammenstecken oder so. Zu Hause merkte ich dann, dass einer der beiden hallmännischen Flüche zugeschlagen hatte. Der erste ist Bauch ab 30 und der zweite ist ein oder mehrere fehlende Teile beim Einkaufen. Der Auszug fehlte.

Habe mich dann erst mal bei Ikea mit dem Telefoncomputer unterhalten, um zu erfahren, dass ich das vor Ort regeln musste. Also bin ich wieder nach Bielefeld gefahren. Dort erfuhr ich, dass die Ware korrekt das Lager verlassen hatte und es keinen Fehlbestand gab. Man zeigte mir noch mal das Paket mit dem Auszug und das hatte ich definitiv nicht auf dem von der Warenausgabe gepackten Einkaufswagen. Es war groß, leicht und das einzige mit Plastikbändern.

Man machte mich darauf aufmerksam, dass ich die Waren von der Warenausgabe zu kontrollieren habe. Steht zwar dick auf einem der Zettel aus dem Zettelhaufen und ist eigentlich auch klar, aber ich war an dem Morgen der einzige Kunde an der Warenausgabe und ich dachte, die können bestimmt besser Sachen aus dem Lager holen und auf einen Wagen packen als ich. Schließlich ist das ihr Beruf, wenn auch nicht ihre Berufung.

Wir einigten uns, dass ich den Auszug mitnehmen kann und dafür noch mal die Hälfte zahle. Wenn der verschwundene Auszug wieder auftaucht, bekomme ich das Geld zurück. Ich denke aber nicht, dass dies passieren wird. Wahrscheinlich ist das Paket auf einem fremden Einkaufswagen gelandet.

Was schief gehen kann…

Der O2-Surf-Stick ist angekommen und funktioniert. Für die, die nicht wissen was das ist: Ein USB-Stick, den man in das Notebook steckt und womit man dann per Mobilfunk überall surfen kann. Bis der hier war und lief waren aber noch einige Hürden zu überwinden.

Letzte Woche habe ich den über die O2-Homepage bestellt. Dann bekommt man etwas Rabatt. Bei der Bestellung musste ich meine Personalausweisnummer eingeben. Kein Problem. Nach der Bestellung bekam ich eine Mail mit dem Hinweis, dass der Stick per Post-Ident-Verfahren nur persönlich ausgeliefert wird und man sollte seinen PA bereithalten. Hm. Versandadresse war Büro, aber als persönliche Adresse hatte ich schon unseren neuen Wohnort eingetragen. Auf meinem PA steht aber noch die alte Adresse. Ich also zum Bürgerbüro. Musste mich und meine Frau ja sowieso ummelden.

Vorher habe ich mich natürlich im Internet schlau bemacht, was ich alles für eine Ummeldung brauche. Auf der Minden-Seite fand ich auch schon entsprechende PDF-Formulare, die ich herunterlud und ausfüllte. Ummeldung, Einwilligung zum Meldegesetz, Ummeldebestätigung und Bestätigung der Wohnungsgeberin. Alles schön ausgefüllt und von allen unterschreiben lassen. Dann zum Bürgerbüro.

“Das brauche ich alles nicht.”, sagte die Dame vom Bürgerbüro. “Haben sie ihren PA dabei?” Klar hatte ich. “Unterschreiben sie hier.” Und fertig. Ich schnappte mir meine ganzen Internet-Formulare und meine frisch aus dem Laserdrucker geschlüpfte Ummeldebescheinigung.

Zurück im Büro suchte ich meinen PA. In allen Taschen und im Auto. Nix. Mist. Hatte ich wohl im Bürgerbüro liegengelassen. Ich Mittags da wieder hin. Die Dame, die mich bedient hatte, war zu Tisch. Ich sollte morgen anrufen. Nachmittags kam der Hermes-Mann mit dem O2-Stick.

Aber ich hatte ja meine Ummeldebestätigung und dort war auch meine PA-Nummer vermerkt. Der gute Mann gab die in sein Terminal ein. Piep. Nummer falsch. Nochmal. Piep. Nummer falsch. Ich sagte: “Moment. Ich schaue mal auf die O2-Bestellung, ob ich die PA-Nummer dort falsch eingegeben habe.” Doch der Mann war schneller. Piep. Identifizierung fehlgeschlagen. Man hat nur drei Versuche. Auf der O2-Bestellung stand eine 9 am Ende der PA-Nummer – auf dem Bürgerbürowisch eine 99. Hm. Der Hermes-Mann musste den O2-Stick wieder mitnehmen und ich habe bei O2 angerufen: “Kein Problem, wir korrigieren die Endziffer hier auf  ’99′ und schicken ihnen einen neuen Stick.” O2 can do.

Am nächsten Tag rief ich im Bürgerbüro an. Nein, es wurde kein PA gefunden. Da bin ich noch mal mit einer Taschenlampe durchs Auto. Und hinter dem Beifahrersitz lag dann der PA. Keine Ahnung, wie der da hingekommen war. Ich schaute auf die Nummer. Nur eine ’9′ am Ende. Hm. Also hat die Tante im Bürgerbüro die Nummer falsch auf das Formular gedruckt. Ich beschloss dem Hermes-Mann nicht mitzuteilen, dass der PA sich angefunden hatte, denn er brauchte ja jetzt die Nummer mit ’99′ am Ende.

Am Montag kam er dann. Wieder der gleiche Hermes-Mann. “So, also diese Nummer nur mit einer ’9′ am Ende”, sagte er und: Piep. Nummer falsch. Ich: “Neeeiiin!  Geben Sie die Nummer so ein, wie sie da steht!” – “Aber beim letzten Mal ging sie doch nicht.” – “Jetzt geht sie aber.” Na, beim zweiten Versuch ging es dann und ich bekam den Stick.

Ausgepackt. Ein Haufen Papier, der Stick und eine Mobilfunkkarte. Karte in Stick eingelegt. Und dann stand da noch, ich sollte die Karte aktivieren. Ganz einfach auf der O2-Homepage. Dazu musste die 19-stellige Kartennummer eingegeben werden. Das alles stand auf dem Zettel, wo auch die Karte aufgeklebt war. Und da wo die Karte geklebt hatte, stand eine 19-stellige Nummer mit Barcode. Diese habe ich dann eingegeben. Piep. Nummer falsch. Nochmal ganz langsam. Piep. Nummer falsch. Ich dachte ich werde wahnsinnig.

Man kann die Karte auch per Telefon aktivieren. Also habe ich dort angerufen. Computer war am anderen Ende. “Bitte geben sie die Nummer ein”. Ich tat es. “Die Nummer lautet 07951- ist das richtig?” Man, ich hatte 19 Ziffern eingegeben und das Ding erkannte nur fünf. Sollte ich jetzt antworten oder welche Taste muss ich für “nein” drücken? Ich: “Nein”. – Computer: “Bitte geben sie ihre Nummer erneut ein”. Ich tat es erneut. “Ihre Nummer lautet also bla bla bla – ist das richtig?” – Ich: “JA!” – Computer: “Die Nummer ist ungültig.” Ich fing an zu singen: “La la la la.” – Computer: “Ich habe sie nicht verstanden!” – Ich: “La la la la.” – Computer: “Ich habe sie immer noch nicht verstanden.” Das ging so fünf mal. Dann: “Ich stelle sie zu einem Kundenberater durch”. Endlich.

Der nette O2-Mann: “Ja, dann sagen sie mir mal die Nummer”. Ich fing an. Er: “Halt. Die Nummer muss mit ’089′ beginnen. Das ist die falsche Nummer.” Ich guckte auf den Zettel auf dem die Karte geklebt hatte. Da gab es keine andere 19-stellige Nummer. Auf der Karte selber auch nicht. Dann suchte ich in dem Berg von Papier und auf dem Lieferschein fand ich eine Nummer, die mit “S/N” gekennzeichnet war, was ich mit “Seriennummer” gleichsetzte. Die fing mit ’089′ an. Das war dann auch die richtige. Er: “So, die Karte wird jetzt in 1-2 Stunden aktiv. Es kann aber auch bis zu 24 Stunden dauern..” – Ich: “Ja, danke!” Klack. Ich hatte keine Lust mir noch sein Sprüchlein zu Ende anzuhören.

Dann habe ich den Stick in mein Notebook gesteckt. Die Software installierte sich automatisch. Mobilfunk-PIN eingegeben und – zack – war ich im Internet. Nix mit 24 Stunden. Und hier in Minden auch mit HSDPA-Geschwindigkeit. Übrigens auch in der Wesling-Klinik, jedenfalls außerhalb vom Gebäude. :-)

Freudscher Versprecher

Heute in der Suppkultur: Ein Mann im Nadelstreifenanzug sitzt an einem Tisch. Eine Bekannte von ihm kommt herein, sieht ihn und begrüßt ihn mit: “Na, Sie hier in der Armenküche – äh Suppenküche?”

Von den anderen Gästen gab es böse Blicke. Die Chefin und die Bedienung hat es Gott sei Dank nicht gehört.