Fotos von der Reenactment-Messe

Foto anklicken für weitere Bilder

Foto anklicken für weitere Bilder

Am letzten Wochenende fand die 1. internationale Reenactor-Messe hier in Minden statt. Das interessierte Publikum konnte sich informieren und einkaufen. Es gab Verkaufsstände, Vorführungen und Vorträge. International war die Messe auf jeden Fall. Wer Englisch oder Französisch sprechen konnte war klar im Vorteil.

Ich war dort, um ein paar Fotos zu machen. Bei Fotos von den angebotenen Waren habe ich immer freundlich um Erlaubnis gefragt, da auf Messen immer die Foto-Angst wegen Produktpiraterie umgeht. Obwohl ja die meisten Aussteller eigene Homepages und Internetshops betreiben, auf den sie selbst ihre Waren mit detaillierten Fotos vorstellen. Ich fand aber nur einen Stand, wo extra ein “Keine-Fotos”-Schild angebracht war. Diesen Stand habe ich natürlich ignoriert. Und ein Händler wollte mich nicht so gerne auf seinen Stand lassen, präsentierte mir dann aber ein Stück aus seinem Angebot zum Fotografieren.

Im Allgemeinen war ich aber angenehm überrascht wie freundlich und offen alle von mir angesprochenen Aussteller waren. Einer meinte sogar recht amüsiert Fotos seiner Ware sind kein Problem, da das alles Repliken nach historischem Vorbild sind und jeder könnte ja auch in ein Museum gehen und dort “Produktpiraterie” betreiben.

Weitere Links zur Reenactor-Messe:

German Photo Angst – Teil 1

 

Gestern war ich in der Altstadt um Fotos zu schießen. Dort fand ein Reenactment statt. Darsteller in historischen Kostümen liefen durch die schmalen Straßen und nutzen die alten Fachwerkgebäude als Kulisse für Szenen aus dem 18. Jahrhundert – ein Tourismusprojekt organisiert vom Stadtmarketing. Das Wetter war gut, die Besuchermenge entsprechend groß. Und natürlich gab es viele, die mit großen und kleinen Kameras fotografiert und gefilmt haben.

Praktisch jeder hat eine Digitalkamera. Man bekommt eine geschenkt, wenn man ein Zeitungsabo abschließt oder sie ist im Handy eingebaut und es wird fleißig fotografiert. Allerdings ist die Bereitschaft sich fotografieren zu lassen dagegen doch eher gering.

Die Angst geht um. Überall kann man es lesen: Vorsicht! Fotos im Internet! Achtung, Achtung! Passen Sie auf! Gefährlich, gefährlich. Ihr Leben könnte für immer zerstört werden. Das Internet vergisst nichts. Ihr Chef surft den ganzen Tag nach Fotos von ihnen im Internet und schmeißt sie raus, wenn er welche findet. Irgendwer fotografiert sie, lädt die Fotos ins Internet und dann weiß jeder wann und wo sie waren und was sie dort gemacht haben. Ungeheuerlich! Wehren sie sich!

Diese panische Angst davor auf einem Foto abgelichtet zu sein, lässt mich manchmal den Kopf schütteln. So ging ich auf der oben erwähnten Veranstaltung in ein Zelt, in dem Schneidwerkzeuge ausgestellt wurden. Dort saß auch eine Frau im Kostüm. Ich fragte: “Darf ich ein Foto machen?” Ja, durfte ich, aber es klang so eher nach: Ja, wenn’s denn sein muss. Dementsprechend gestellt wirkte dann übrigens auch das Foto. Aber egal, ich schoss das Bild, bedankte mich und trat schon wieder aus dem Zelt heraus, da hörte ich noch: “Aber das sie das nicht im Internet  veröffentlichen…”.

Das erstaunte mich und machte mich neugierig. Die Situation noch einmal: Veranstaltung für Touristen, Protagonisten in Kostümen auf den öffentlichen Straßen der Altstadt, Stadtmarketing hat fleißig Werbung dafür gemacht, allein vier Ankündigungen in der Lokalzeitung, dementsprechend überall Leute, die auch fleißig fotografieren bei schönstem Wetter. Ich wollte dann sagen: “Mädel, wenn du nicht ins Internet willst, dann hast du die falschen Klamotten an und bist hier generell auf der völlig falschen Veranstaltung.”  Stattdessen fragte ich etwas irritiert, aber natürlich freundlich, warum sie denn nicht möchte, dass die Fotos veröffentlicht werden. Und dann erklärte sie mir folgendes Angst-Szenario: Ich lade ihr Foto bei Facebook hoch. Irgendeiner erkennt sie dort und schreibt ihren Namen zu dem Foto und dann würde Facebook sie ja überall per Gesichtserkennung wieder finden. Ich wollte dann sagen: “Ja, und wenn man ganz viel Pech hat, steht man auch noch gerade dann zu hause am Fenster während das Google-Streetview-Auto vorbei fährt.”

Mittlerweile hatte sich dann noch ein zweiter kostümierter Teilnehmer der Veranstaltung dazu gesellt und hatte ähnliche Bedenken. Nachdem ich dann versprochen hatte kein Foto bei Facebook hochzuladen entspannte sich die Situation zusehends. Ich überreichte dann noch eine Visitenkarte mit meiner Flickr-Web-Adresse und das fand man dann aber doch wieder gut, dass man sich die Fotos der Veranstaltung dort anschauen kann. “Wir haben ja selber so selten eigene Fotos von uns…” Denn eine Kamera ist halt nicht das passende Accessoire für ein Kostüm aus dem Jahr 1761.

 

 

Gourmet-Meile 2009 Teil 3

Hier mein Favorit der von mir probierten Gerichte:
Ochse vom Spieß - Minden Barbecue 2009

Ochse vom Spieß, so stand es auf der Karte. Beilagen waren aber auch mit dabei. Das Fleisch frisch vom Spieß und saftig. Die Kartoffel schmeckten auch. Soße konnte man sich aussuchen. Das Gericht wurde unter “Minden Barbecue” aufgeführt, gehörte also nicht zur Gourmet-Liste. War trotzdem das Beste.

Privatveranstaltung

Minden Tattoo - not macht erfinderisch

The 1st Minden Tattoo

Heute fand in Minden zu den Feierlichkeiten rund um den Jahrestag “250 Jahre Schlacht bei Minden” das erste internationale Festival der Traditionsmusik auf dem Simeonsplatz statt. Toller Name übrigens. Ich dachte zuerst an lesbische Russinnen oder kurzärmlige Biker. Gemeint ist aber wohl der Zapfenstreich. Um 18:30 sollte es los gehen.

Kurz vor dem offiziellen Beginn traf ich zusammen mit vielen anderen Besuchern am Simeonsplatz ein. Das ist ein sehr großer Platz. Vorne, am Rand des Platzes stehend, sah ich hinten etwas zeltartiges aufgebaut und wunderte mich: “Marschieren die gleich um das Zelt herum?” Doch weit gefehlt, dieses Zeltartige war die Verkleidung für die Tribünen, die man rechteckig um eine kleine Fläche aufgebaut hatte. Da drinnen spielte die Musik. Vor dem Eingang stand ein 2x2m Türsteher und die, die sich trauten ihn anzusprechen, erfuhren, dass keiner mehr rein kann – überfüllt. Das wahr wohl der Eingang für die Tribünen. Es gab wohl noch die Möglichkeit woanders reinzugehen, um Stehplätze vor den Tribünen einzunehmen. Genau konnte ich das aber nicht ausmachen, denn auch dort war alles überfüllt.

Durch die Tribünen wurde auch die Musik gedämpft, so dass man draußen nichts sehen und nichts hören konnte. Das war alles viel zu klein bemessen und mehr oder weniger eine Privatveranstaltung mit freiem Eintritt. Wer hat das geplant? Beim Freischießen war auf dem Platz auch eine Parade, aber da wurde der ganze Platzumfang benutzt. Und nach einer Platzrunde sind die Musiker durch die Straßen marschiert, so fand jeder einen Platz zum Gucken. Aber hier nicht. Ich habe extra noch mal in den schicken Flyer zum “Minden Tattoo” geschaut, aber da nix von “Einlass ab 17:30″ gefunden, so wie ich es von einigen Besuchern gehört hatte. Und wer stellt sich da schon eine Stunde in die pralle Sonne und wartet?

So zog dann kurz nach Beginn der Veranstaltung eine Menschenmenge über die Simeon- und Obermarktstraße zum Markt. Ein Kind fragte mich: “Wo geht ihr denn alle hin?” “Nach Hause”, sagte ich darauf etwas barsch.

Gourmet-Meile 2009 Teil 2

1759 Minden Marktplatz

Auch heute war ich wieder auf der Mindener Gourmet-Meile zum Essen.

Kanonendonner

Beim Stand vom Vicoria Hotel orderte ich einen Kanonendonner – gebratenes Pangasiusfilet auf mediterranem Gemüse, mit in groben Meersalz gebackenen Kartoffeln. Alles schmeckte wunderbar. Leider waren die Speisen nicht sehr warm. Stammte halt aus dem Speisenwärmer.

Holland-Scampi-Spieß

Mein Kollege drängte zum Stand “Hollands Gourmet Service”. Hier gab es Scampi, wie übrigens an zwei anderen Ständen (Nr. 3 und Nr. 19) auch. Der Spieß war frisch gebraten und wurde mit Ruculasalat, Kirschtomaten, Aioli und Baguette serviert. Insgesamt recht unspektakulär. So was bekommt jeder ohne Probleme mit Lidl-Zutaten selber  hin. Als selbsternannter Aioli-Experte muss ich noch anmerken, dass das Aioli Industrieware war.  Schmeckte wie Thomy-Mayonaise aus der Tube mit Knoblauch.

Mein Kollege probierte am gleichen Stand das St. Pierre Fischfilet mit Lauchrahmsauce. Aufgegessen hat er es aber nicht.

Gourmet-Meile Minden 2009

Gourmet-Meile Minden 2009 Kleiner Domhof

Dieses Mal findet die Gourmet-Meile im Rahmen der Festlichkeiten “250 Jahre Schlacht bei Minden” statt. So haben sich wohl alle ins Zeug gelegt, um ein ansprechendes Angebot an Speisen zu liefern. Heute um 12.00 Uhr öffnete die Meile. Ich war dort zum Mittagessen und habe schon mal zwei Gerichte probiert.

Straußensteak

Einmal das Straußensteak auf Bärlauchrahm mit Kartoffeltalern von dem Restaurant “Laterne anno Dazumal”. Das Fleisch war durch, aber nicht trocken. Leicht rosa wäre mir persönlich lieber gewesen. Ein dünneres Stück am Rand war etwas zu durch. Es schmeckte aber. Die Rahm-Soße schmeckte auch, aber von Bärlauch habe ich nichts gemerkt. Gut fand ich, dass die Soße nicht über die Kartoffeltaler gegossen wurde. Trotzdem waren die Taler nicht mehr ganz so kross – der Speisenwärmer war wohl schuld.

Entenbrustfilet

Als zweites Gericht hatte ich das Entenbrustfilet auf Orangensoße mit Apfelrotkohl und (Röst-) Kartoffeln vom Restaurant “Jetenburger Hof” (Bückeburg). Den Stand findet man auf dem “Minden Barbecue” auf dem kleinen Domhof. Spezialität dort ist eigentlich Spanferkel, welches sich dort am Spieß dreht. Leider war der Stand um 12:30 Uhr noch nicht komplett bestückt, so dass ich etwas auf mein Gericht etwas warten musste.
Jetzt weiß ich auch warum es heißt: “Der Rand gehört dem Gast”. Besonders wenn man, wie auf der Gourmet-Meile üblich, seinen Teller selber zum Tisch tragen muss, braucht man doch den Rand zum Festhalten. Da sollten dann keine Kräuter am Finger kleben. Der Rotkohlfleck am Rand ist übrigens von mir.
Die Entenbrust wieder durch, aber nicht trocken. Auch hier wäre mir rosa lieber gewesen. Ich denke mal die Kruste war knusprig und gut gewürzt. Leider wurde Soße darüber gegossen, so dass diese Eigenschaften verloren gingen. Dabei heißt es doch in der Beschreibung “Entenbrustfilet auf Orangensoße”. Aber sonst alles insgesamt gut.

Siehe auch: