Vier Gerichte habe ich habe ich auf der Mindener Gourmet-Meile probiert. Zwei waren eßbar, aber keines würde ich irgendwie mit dem Begriff Gourmet zusammenbringen.

Meine Frau hat ein Fischgericht vom Victoriahotel probiert und den Teller habvoll zurückgegeben. Also das funktioniert so bei den Gourmets: “Kann ich die Teller hier zurückgeben?” “Ja, legen Sie die gebrauchten Teller dort in die Kiste zu den anderen und das Besteck in die Kiste daneben”. Würg – bin ich Gast oder der Abräumer. Gut, dass ich nicht noch spülen musste. Mein Gericht vom Victoriahotel war übrigens eins von den Essbaren. Leider wurde das schöne Fleisch in einer Convinience-Soße ertränkt.

Es wurde ja schön dekoriert. Zum Beispiel diese Rathauslaube mit den Sesseln. Nur auf der anderen Seite plärrte eine Märchenhexe von der Bühne und versuchte eine Hand voll Kinder zu unterhalten. So wie es halt in jedem guten Gourmet-Restaurant üblich ist. ;-) Aber gut, ist halt eine Familienveranstaltung. Also auf der einen Seite Sessel und Zigarrenverkauf und auf der anderen Seite die Märchenstunde für die lieben Kleinen. Schön, wenn man alles unter einen Hut bringen kann.

Eins der anderen Gerichte, die ein Kollege und ich probiert haben, war übrigens dieser im MT-Bericht hervorgehobene Rotkäppchenteller mit Schinken, Schafskäse, Papirka, Oliven und Brot. Von einem Kroaten glaube ich. Allein sein Outfit war super. Weiße Socken in Sandalen und ein Poloshirt, dass wie ein Fußballtrickot aussah. Hallo? Will er Werbung für sein Restaurant machen oder eine Imbissbude betreiben? Wohl eher letzteres, denn dieser Rotkäppchenteller sah genauso aus, wie von einer Imbissbude. Der Schafskäse war dieser typische, fabrik-rechteckige, den man in jeder Pita-Bude bekommt. Der Krautsalat auch (ja, der war auch dabei). Etwas einfallslos, aber ich glaube der war sogar selbstgemacht. Ob der Schinken so toll war, weiß ich nicht, aber das Brot – eine Scheibe schwabbeliges Weißbrot. Auch bei den anderen Gerichten immer schwabbeliges Weißbrot. Wenn irgendwas auch nur in die Nähe von Gourmet rücken soll, dann erwarte ich frisches Brot und wenn Weißbrot, dann getoastet, vielleicht sogar noch mit ein bisschen Olivenöl. Und ich bin noch nicht mal ein Gourmet. Aber es soll ja besser schmecken oder wenigstens genauso gut wie zu Hause.

Mein Kollege traute sich noch an ein Schweinefilet vom Schlemmerdienst oder wie die heißen. Das war wohl eßbar, aber die Filetstücke war innen leider nicht nicht mehr rosa und somit etwas trocken. Dank der wieder reichlich vorhandenen Fertigsoße merkte man das aber wohl kaum.

Ich gönnte mir zum Abschluss ein gegrilltes Rumpsteak vom Edeka-Stand. So was bekommt man aber auch auf dem Grillstand beim Weihnachtsmarkt. Wenigstens war es frisch zubereitet, aber leider nicht medium, wie bestellt, sondern durch und somit etwas trocken und leicht zäh. Der tätowierte junge Mann in Natohose und Schürze, bei dem ich es bestellt hatte, ließ bei mir aber auch keine Gourmet-Stimmung aufkommen. Das Auge ißt hat mit. :-)

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2 Antworten zu “Meilenweit entfernt von Gourmet”
  1. Deine liebe Frau sagt:

    Jedes Mal wenn ich an den Fischgericht denke, möchte ich kotzen *brrrrrr*.
    Well,
    wie unser lieblings Chef immer gesagt hat;
    “The food is f*****g disgusting*

    Ich gehe lieber zu meinem lieblings indischen- oder zu dem türkischen Restaurant. Mit 4 Euro mehr kann ich schon gut essen.

  2. Olaf sagt:

    Danke für den erhellenden Erfahrungsbericht, der mich und meine Frau weiterhin darin bestätigt, den nervigen und meist völlig überlaufenen Innenstadtveranstaltungen tunlichst fern zu bleiben. Gourmetmeile, Stadtfest, Weihnachtsmarkt…nur verschiedene Namen für “mit Kollegen irgendwo rumstehen und einen saufen”.
    Sorry, da haben wir uns schon vor Jahren ausgeklinkt und scheinbar nicht viel verpasst…
    Olaf

  3.  
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