Während natürlich alle Techniker schon in der Nacht aus dem Bett geklingelt wurden, traf ich heute Morgen ganz unvorbelastet in meinem Büro ein und fuhr den Rechner hoch.
Erst mal bei heise.de lesen was es Neues gibt. „Google.de in fremder Hand!“ Na das ist ja ein Ding. Wer macht denn so was? Goneo. Häh? Wie? Goneo sind doch wir. Also besser gesagt eine Tochterfirma(*1) von meinem Arbeitgeber.
Also erst mal in die Technik gerannt um zu sehen was los war. Da hat doch ein Kunde vor ein paar Tagen über das goneo-Webportal die Domäne google.de bestellt und einen Umzug beantragt. Ab da ging alles automatisch und heute Nacht wirkten sich die Änderungen dann aus. Wie genau das ablief kann man ganz gut beim MT nachlesen(*2).
Heute Morgen, als ich ins Büro kam, war die Sache technisch schon erledigt. Schon nachts wurde die Domäne wieder zurückgegeben. Aber auch diese Änderungen mussten sich erst mal wieder durchs Internet verbreiten. Was dann den Tag über alles an Anfragen, Faxen und Anrufen kam, habe ich Gott sei Dank nicht so mitbekommen.
Unter anderem wohl einige böse E-Mails von PC-Benutzern, die Google als Startseite eingestellt hatten und dann natürlich stattdessen diese Goneo-Platzhalter-Seite sahen und eine übelste Manipulation ihres PC vermuteten. Einige hatten angeblich schon Anwälte und PC-Spezialisten beauftragt. Welcher PC-Experte hat da eine Manipulation am PC gefunden? Muss dann ja ganz schon peinlich für diesen gewesen sein, nachdem dann durch die Presse ging was wirklich passiert war. Echte Experten hatten da schon recht früh mehr Durchblick, wie man hier lesen kann.
Interessant auch die verschiedenen Berichte über den Vorfall im Internet. Und ich meine nicht irgendwelche Blogger mit wilden Vermutungen und Verschwörungstheorien, sondern Berichte von Redakteuren und Journalisten. Vor allem wurden die Rollen der beteiligten Personen und Firmen durcheinander gewürfelt. Da war plötzlich Goneo eine Wiesbadener Firma die „Domain-Grabbing“ betreibt. Äh, vielleicht einfach mal www.goneo.de aufrufen und nachlesen wo und was die wirklich machen? Aber wahrscheinlich brauchten die Google um Goneo zu finden und das ging ja nicht
Später am Tag wurden dann die Berichte teilweise korrigiert. Besonders nachdem auf heise.de eine weitere Meldung nach einem Interview mit Marc erschien.
Interessant auch, dass dieser „Umzug“ und die damit verbundene höhere Last auf den goneo-Servern nicht zu einem Ausfall geführt haben. Es wurde halt pro Aufruf nur die kleine Seite mit dem Nontschew-Bild übertragen und das haben die Server wohl überraschend locker weggesteckt.
Na ja. Shit happens
Nachtrag:
(*1) Mir wurde gerade mitgeteilt, dass goneo keine Tochterfirma von MK-Netzdienste ist. Auf meine Frage wie ich die Beziehung zwischen goneo und MK Netzdienste beschreiben soll wurde mir gesagt: “rein sexuell”
(*2) MT-Online hat den Artikel gelöscht ?-)