Es gibt mehr als iTunes und Musicload. Das sind wohl zur Zeit die beiden Platzhirsche. Beide arbeiten mit DRM. Das bedeutet die Musikdateien sind mit einem Kopierschutz versehen, der es zum Beispiel auch nicht erlaubt, die Lieder auf beliebigen MP3-Playern abzuspielen. Ein Lied kostet rund einen Euro bzw. ein komplettes Album rund 10 Euro. Die Einschränkungen findet man bei Musikload bei jedem Lied unter „Nutzungsrechte“ angegeben: „Nur 5x brennen“, „beliebig kopieren“ und so weiter. „Beliebig kopieren“ natürlich nur auf Abspielgeräte, die das Microsoft-DRM-Format unterstützen und selbst da gibt es noch Versionsunterschiede. Bei iTunes ist es wieder etwas anders. Die Lieder laufen zum Beispiel nur auf dem PC oder einem iPod-Player.
Neuerdings ist es auch gesetzlich verboten mit einem Hack-Programm den DRM-Schutz von seinen legal erworbenen Dateien zu entfernen, um zum Beispiel die Lieder auf beliebigen Abspielgeräten benutzen zu können. Einen legalen Trick gibt es aber noch: Die Lieder als normale Musik-CD brennen („5x brennen erlaubt“…) und dann wieder einlesen und im MP3-Format speichern (geht auch mit iTunes). Sobald aber die Musik-CD nicht mehr das führende Format ist, wird dieses Brenn-Recht wohl abgeschaltet werden. Außerdem ist das natürlich recht umständlich. Diese ganze DRM-Geschichte ist für Laien recht undurchschaubar und hat für den Konsumenten keine Vor-, sondern nur Nachteile. So schleicht sich die Durchsetzung der Interessen der Musikindustrie in unsere Musikdateien, Abspielgeräte, Computer und auch in unsere Gesetzgebung. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen versuchte bzw. versucht gegenzuwirken.
eMusic – Songs ohne DRM
Es geht aber auch anders. Ich habe zum Beispiel ein Abo bei www.emusic.com. Beim Basic-Monats-Abo für 9,99 Dollar (ca. 7,87 Euro, heute) kann ich mir 40 Songs aus dem Angebot DRM-frei als MP3-Datei herunterladen. Also so ca. 20 Euro-Cent pro Lied und ohne Kopierschutzeinschränkungen. Allerdings sind hier nur Künstler von unabhängigen Vertriebsgesellschaften vertreten. Die Sachen, die uns die großen Musikunternehmen täglich im Radio und MTV um die Ohren hauen, findet man hier also nicht. Hier muss man sich mal selber ein paar Lieder anhören und sich eine eigene Meinung bilden. Das Angebot bietet auch Plattenbesprechungen und Empfehlungen von einer Redaktion und natürlich auch von Kunden. Wer möchte kann ja mal reinhören. Zum Beispiel bei „Chely Wright – The Metropolitan Hotel“ oder, wer 80er-Musik mag, bei „I Know What Boys Like“ .
Pandora – mein eigener Radiosender
Radiosender gibt es wie Sand am Meer per Kabel, Satellit oder Internet. Mit dem Winamp-Player oder auch über die iTunes-Software kann ich mir die Internet-Radiostation aussuchen, die meine Musik spielt. Für www.pandora.com braucht man keine extra Software zu installieren, bzw. nur das meist schon vorinstallierete Flash-Browser-Plugin. Bei Pandora gibt man einen Titel vor und Pandora spielt dann ähnliche Titel ab. So hat man praktisch eine Internet-Radiostation, die nur eine bestimmte Musikrichtung spielt. Nach (bis jetzt) kostenloser Anmeldung kann man mehrere solcher Radiostationen anlegen. Werbung nur über Banner, also nicht über den Lautsprecher. Hier hat man allerdings nur einen Live-Stream. Man kann also nicht die Lieder speichern oder kopieren.
Nachtrag: Da Pandora jetzt für deutsche User gesperrt ist: Alternativen wären www.finetune.com oder www.last.fm
Flatster – automatisch Radio aufzeichnen
Relativ neu ist der kostenpflichtige Dienst www.flaster.com. Testen kann man ihn aber kostenlos. Dazu muss man sich die Flaster-Software herunterladen (nur für WinXP glaube ich) und installieren. Für die Installation wird der kostenlose MP3-Encoder „Lame“ benötigt, den die Installationssoftware aber nach einem Klick automatisch herunterlädt. Ja, was macht Flaster eigentlich? Man kann dort Titel eingeben, die man gerne haben möchte. Flaster hat Zugriff auf die Abspiellisten einiger Internetradios und wenn der gesuchte Titel irgendwo läuft, spielt er diesen Sender ab (dann solle keine andere Software irgendwas abspielen) und greift das analoge Audiosignal der Soundkarte ab um den Song auf Festplatte im MP3-Format aufzuzeichnen. Das soll legal sein, da ja ein analoges Signal aufgezeichnet wird. So ungefähr funktioniert es jedenfalls, denn geheim ist noch, wie Flaster es schafft, dass die Songs komplett sind, also ohne Gequatsche am Anfang und Ende. Die Top100 Single-Charts gibt es dann für 2,99 Euro im Monat. Zugriff auf das komplette Angebot (was gerade im Aufbau ist) kostet entsprechend mehr. Am Besten funktioniert es natürlich mit den Titeln, die gerade viel im Radio laufen, also mit den Top 40. „Aint no other man“ von Christina Aguilera trötete schon nach knapp einer Minute aus meinen Lautsprechern und wurde aufgezeichnet. Also, Wunschliste eingeben, Lautsprecher abschalten und PC die Nacht durchlaufen lassen.