9. März 2010
Letzte Woche entschloss ich mich erneut einer stereoskopischen Bewegtbilddarbietung beizuwohnen. Also der 3D-Version von Alice im Wunderland. Einen Kommentar zu Film schreibe ich wohl noch. Vorab: Das Drumherum war aufregender als der Film.
Tim Burtons Filme sind schon ein Muss für mich. Also rief ich die Internetseite vom UCI-Kino in Bad Oeynhausen auf, um einen Platz zu buchen. Ich war schon kurz vor Abschluss der Bestellung als mein Blick auf den Preis fiel und er mir doch etwas zu klein vor kam. Und richtig, es war die 2D-Vorstellung. Gut, dass ich noch nicht “OK” geklickt hatte. Aber es gab keine 3D-Vorstellung von dem Film im Programm. Also fragte ich (per Twitter) beim Kino nach und bekam prompt eine Antwort. Avatar belegte noch die 3D-Kapazitäten und einen Termin für Alice im Wunderland in 3D gab es noch nicht. Unbestimmte Zeit warten oder in ein anderes Kino gehen? Ich entschloss mich einen Platz im Cinemaxx Bielefeld zu buchen, auch online.
Am Sonntag fuhr ich dann etwas knapp los. Die Baustelle in der Bielefelder Innenstadt kostet mich auch ein bisschen Zeit, aber nachdem ich meinem Navi die Baustelle beigebracht hatte, lotste es mich gut durch die diversen Einbahnstraßen um die Baustelle herum.
Ich komme ungern zu spät zu einer Kinovorstellung, weil ich nicht gerne im Dunkeln meinen Platz suchen möchte. Das musste ich vor Jahren mal in einem Mindener Kino machen und bin im Dunklen vor einen Betonpfeiler gelaufen, sehr zum Amüsement der anderen Besucher in den Sitzreihen, deren Augen sich schon an die Dunkelheit gewöhnt hatten. Wie lustig das ausgesehen haben muss, konnte ich kurze Zeit später selber miterleben, als dem nächsten Besucher das Gleiche passierte. Seit dem habe ich immer ein bisschen Panik, wenn ich spät dran bin.
10 Minuten vor Vorstellungsbeginn war ich dann aber am Kino angekommen. Riesige Schlangen vor den Kassenhäuschen. Sonntag, 15-Uhr-Vorstellung, 8 Kinosäle. Viele Eltern mit ihren Kindern. Aber ich hatte ja online bestellt und einen Abholcode für den Kartenautomaten. Aber wo war der Automat? Ich kämpfte mich zum Kartenabreisser durch und fragte diesen. Er deutet mit seinem Finger über die Menschenmenge hinweg in eine Ecke. Auch dort bekam man kein Bein mehr an die Erde. Ich schob einige Personen zur Seite und bekam so Sicht auf zwei Kartenautomaten. Und davor – niemand. Ich dachte, das kann doch nicht sein. Bin ich der einzige, der so schlau war die Karten online zu kaufen?
Triumphierend trug ich meine Karte aus dem Automaten vor mir her, schob ruhig aber bestimmt die Wartenden zur Seite auf meinem Weg zurück zum Kartenabreisser. “Kino 7, die Treppe rauf”, sagte dieser. Ab dort lief ich dann etwas gehetzter die Treppe auf, denn es war schon kurz vor Vorstellungsbeginn. Ich atmete erleichtert aus, als ich Platz nahm. Die Werbung begann.
Während der Werbung guckte ich so in die Runde und sah wie schon einige ihre 3D-Brillen aufsetzen, in der Hoffnung auch die normale Werbung in 3D sehen zu können. Sind die doof, dachte ich. Dann fiel mir aber siedendheiss ein: Ich habe ja noch gar keine 3D-Brille!
Nach einer kurzen Schrecksekunde erinnerte ich mich aber daran die Brille der letzten 3D-Vorstellung in Bad Oeynhausen eingesteckt zu haben. Ich kramte sie heraus. Das Real-D-Logo auf der Brille fiel mir ins Auge und auf meiner Kinokarte stand “Maxximum 3D”, was mich überlegen lies, ob diese beiden Sachen denn kompatibel sind und ob die Brille aus dem Kino in Bad Oeynhausen hier denn funktionieren würde. Eigentlich ja, denn es gibt ja auch schon Designer-3D-Brillen für gehobene Cineasten und ich habe nichts davon gehört, dass es da unterschiedliche Brillen für unterschiedliche Verfahren gibt. Sicher war ich mir aber nicht.
Das ließ mir dann keine Ruhe und ich entschloss mich noch mal meinen Platz zu verlassen und mir so eine Maxximum-3D-Brille zu besorgen. Gleich vor dem Saal frage ich einen Teenager, der vor dem Snack-Tresen in der Schlange stand, wo er denn seine Brille her hatte. “Die gibt es an der Kasse.”, sagte er mir verdutzt. Er konnte ja nicht wissen, dass ich der einzige Schlaumeier war, der den Abholautomaten statt der Kasse benutzt hatte. Also wieder die Treppe runter, wieder zum Kartenabreisser, mein Anliegen vorgetragen, von dort zum Kassenhäuschen und dann habe ich mal so von der Seite eine Brille abgegriffen. Ich drehte mich um und stand wieder vor einem Kartenabreisser, aber diesmal vor einem anderen. Dem musste ich natürlich erst mal wieder meine Kinokarte vorzeigen. Wo hatte ich dir nur?
Nun merke ich mir immer in welche Tasche ich meine Kinokarte gesteckt habe seit ich mich einmal mit einem Kinobesucher um den Platz streiten musste. Damals ließ sich die Sache mit Hilfe der Karte und der der darauf aufgedruckten Platznummer klären (er war in der falschen Reihe). Leider musste ich damals lange suchen und mir währenddessen die erregt vorgetragenen Argumente meines Gegners anhören, was natürlich die Aufmerksamkeit auf uns zog und mir peinlich war. Ich war mir also sicher die Karte in meine rechte vordere Hosentasche gesteckt zu haben. Dort fand ich sie auch nachdem ich ein gebrauchtes Taschentuch, ein gebrauchtes Brillenputztuch und diversen anderen Müll hervorgezogen hatte. Der Kartenabreisser vermied daraufhin die Karte in die Hand zu nehmen um sie genau zu kontrollieren und lies mich wieder rein.
Ich erreichte meinen Platz rechtzeitig zum Beginn der 3D-Trailer. Auf der Leinwand konnte man lesen: “Jetzt bitte die 3D-Brillen aufsetzen.” und darunter das Logo von “Real D”. Die alte Brille hätte dann wohl auch funktioniert.
Nachtrag: Ab nächsten Donnerstag läuft Alice im Wunderland dann auch in UCI Bad Oeynhausen in 3D.