Weniger Fleisch essen

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BSE, Gammelfleisch, Dioxine, PCB, Antibiotika, Resistente Keime. Keiner möchte das auf seinem Teller haben. Wir erinnern uns. Im Mai 2010 Dioxin in Eiern und ein halbes Jahr später noch einmal. Jetzt gerade kürzlich fand man resistente Keime im Geflügel. Die Verbraucher reagieren nach solchen Meldungen und kaufen einige Zeit lang weniger Fleisch ein. Die Politik verspricht zu handeln. Hier und da ein Stempelchen mehr, irgendwelche zusätzlichen Kontrollen werden eingeführt, aber immer wieder gibt es neue Skandale. Das Grundproblem bleibt dabei erhalten und wird sogar weiter gefördert und subventioniert – die massenhafte, industrielle Fleischproduktion.

1 Kilo Gehacktes für 3,79 Euro

Aus der Werbebeilage eines Supermarktes hier in Minden von heute: 1000g Gehacktes für 3,79 Euro. Und 70 Prozent des Schweinefleisches wird über Rabattaktionen verkauft. Da greift man gerne zu. Das geht natürlich nur mit Tierfleischfabriken, Massentierhaltung, Kraftfutter und Medikamenteneinsatz. Der Verbraucher will es wohl so.

Ich esse gerne Fleisch. Auch gerne Hamburger, Döner und Putenschnitzel. Fast kein Gericht ohne Fleischbeilage oder besser Fleisch mit Beilage. Aber brauche ich so viel Fleisch? Das fragte mich letztes Jahr auch ein Reporter von Radio Westfalica, der mich in der Stadt mit einem Döner in der Hand erwischte. Das war glaube ich zu der Zeit des Futtermittelskandals, wo ein Hersteller belastetes Maschinen-Schmierfett ins Kraftfutter gemischt hatte. Damals hatte ich schon ein schlechtes Gewissen, wie so viele. Aber eingeschränkt habe ich meinen Fleischkonsum damals wieder mal nicht wirklich.

Wir haben es satt

Jetzt gab es wieder einen Tierfleischskandal. Gegen Antibiotika resistente Keime in jedem zweiten Geflügel, hervorgerufen durch zu viele Antibiotika u.a. im Futter, also für den gesamten Tierbestand und nicht nur für einzelne kranke Tiere. Durch BUND und campact erfuhr ich von der Demonstration “Wir haben es satt” in Berlin wo es unter anderem auch um dieses Thema ging, aber auch um viele andere Aufreger. Und je mehr ich mich informierte, desto mehr fasste ich den Entschluss jetzt doch mal darauf zu achten weniger Fleisch zu essen. Das mache ich jetzt seit knapp zwei Wochen und es ist tatsächlich kein großes Problem. Man muss ja nicht gleich zum Vegetarier werden oder nur noch alles im Bio-Markt kaufen. Aber ich habe mir nach der Teilnahme an der Demo schon vorgenommen auch mehr zu Bioprodukten zu greifen.

 

 

 

Transaktionssteuer – Überholte Argumente

Heute morgen habe ich kurz das TV eingeschaltet. Morgen-Magazin oder Nachrichten, weiß ich nicht mehr, habe noch halb geschlafen. Da war dann wieder so ein Experte oder Politiker, der erklärte warum diese Transaktionssteuer nicht funktionieren wird.

Wenn also nur Deutschland und Frankreich so etwas einführen, dann würden ja die Akteure zu anderen Handelsplätzen abwandern, wo diese Steuer nicht anfällt. Die Schweden hätten das ja schon mal gemacht und da ist dann genau dies passiert und viel gebracht hat es dort deshalb nicht. Das leuchtet natürlich jedem ein.

Allerdings liegt in Brüssel schon seit über einem viertel Jahr ein Vorschlag für eine Transaktionssteuer, die unabhängig vom Handelsplatz ist. Bei diesem Vorschlag werden die Finanzakteure besteuert und zwar je nach dem wo sie ansässig sind. Wenn also ein Finanzakteur in Deutschland ansässig ist und in London eine Transaktion durchführt, dann muss er dafür in Deutschland die Transaktionssteuer abführen, auch wenn London bei der Transaktionssteuer nicht mit macht. Damit gäbe es keine Wettbewerbsverzerrung bei den Handelsplätzen. Für einen deutschen Finanzakteur wäre es dann egal, ob er mit seinen Papierchen in London, Paris oder Frankfurt Casino spielt. Er müsste immer in Deutschland seine Steuer bezahlen. Einen Handelsplatz zu wechseln ist einfach, seine Ansässigkeit zu ändern wäre aufwendiger.

Also wenn man schon über die Finanztransaktionssteuer redet, dann sollte man nicht mit überholten Argumenten kommen. Und die Redakteure und Journalisten sollten dann mal nachhaken: “Herr sowieso, was halten sie denn von einer Besteuerung von Finanzgeschäften nach dem Ansässigkeitsprinzip, so wie es EU-Steuerkommissar Algirdas Semeta bereits im September 2011 vorgeschlagen hat?” Das hat mich heute morgen schon ein bisschen aufgeregt.

Siehe auch: Diskussion um Transaktionssteuer  (Süddeutsche)

 

Großdemo in Dannenberg – Castor 2011

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Der Atomausstieg ist beschlossen – mal wieder. 1977 fiel die Standortentscheidung für ein mögliches Atomüllendlager auf Gorleben. Seit dem wurde viel protestiert. Jetzt soll angeblich die Standortsuche neu beginnen.  Ist es nicht verständlich, dass es Leute gibt, die das, nach all den Jahren und dem Hin und Her, nicht so ganz glauben können?

Der Castor-Zug rollte wieder durch Frankreich und Deutschland. Anlass dagegen zu demonstrieren. Hier möchte ich jetzt einmal beschreiben, wie ich die Großdemo in Dannenberg, an der ich teilgenommen habe, erlebt habe.

Man sieht und hört viel über Chaoten, Steinewerfer usw. In fast jedem Artikel steht dies in der Überschrift oder in der Einleitung. Es entsteht in den Köpfen das Bild von den gewaltbereiten Demonstranten, von Wasserwerfern, Kesseln, Verletzten. Wie kann man an so etwas teilnehmen? Wenn ich in meinem Bekanntenkreis berichte, dass ich auch in Dannenberg – ach nein, das können viele nicht einordnen. Wenn ich berichte, dass ich in Gorleben war, dann wird schon komisch geschaut. “Ist das da nicht gefährlich?” Dazu muss man wissen, dass es bei solchen Anti-Atom-Demonstrationen immer korrekt bei den Behörden angemeldete und von Polizei und Veranstaltern durchgeplante, so genannte Familien- bzw. Kind-und-Kegel-Demonstrationen gibt. Das sind dann die mehrheitlichen, friedlichen und ganz “normalen” Bürger, von denen man dann ein paar Absätze weiter unten in den Zeitungsartikeln lesen kann.

Seit der Rücknahme des ersten Atomausstiegs und dann nach Fukushima war ich auf meinen ersten Anti-Atom-Demos überhaupt. Mahnwachen in Minden, auf einer Großdemo in Hamburg, zwei Mal am AKW Grohnde. Immer traf ich nur nette Leute, die friedlich, bunt und gut gelaunt von ihrem Demonstrationsrecht bei angemeldeten Demos Gebrauch machten. Und auch die Staatsgewalt, sprich die Polizei, habe ich immer freundlich und bürgernah dort erlebt. Und trotzdem – Gorleben – da habe ich im Vorfeld viel gehört und gesehen in den Medien. Obwohl ich genau wusste, dass ich da ja zu einer ganz normalen Demo unterwegs war, hatte ich doch ganz weit hinten im Hinterkopf ein ungutes Gefühl.

Bei der Gruppe vom BUND Minden-Lübbecke, die die Busfahrt nach Dannenberg organisiert hatte, fühlte ich mich aber gut aufgehoben. Jede Busreisegruppe bekam von den Organisatoren der Großdemo ein Bus-Paket mit Broschüren und Informationen. Es war alles perfekt organisiert und hatte so gar nichts mit Chaos zu tun. Es gab einen Ortsplan, wo eingezeichnet war, wo man ein Info-Zelt findet, die Busparkplätze, die Kundgebungsstätte, die Demo-Startpunkte, eine Übersicht über den zeitlichen Ablauf. Wobei Dannenberg jetzt kein großer Ort ist. Eigentlich ist er recht überschaubar.

Es gab ein Info-Zelt, ein Wickelzelt, eine Pressestelle, eine Batterie Dixi-Toiletten und rund um den riesigen Acker, wo Reden gehalten und live Musik gespielt wurde, gab es zahlreiche Stände mit Verpflegung.

Dies hatte überhaupt gar nichts mit den Bildern zu tun, die man jetzt in den Medien sieht. Sicherlich, Sitzblockaden, Schottern und Chaoten hat es gegeben, dazu mehr im zweiten Teil, aber nicht hier. Und hier waren laut Polizei 8.000 Menschen, laut den Veranstaltern 23.000. Die genaue Zahl liegt wohl irgendwo dazwischen.

Als wir in Dannenberg eintrafen, half uns ein Ordner den richtigen Parkplatz für unseren Bus auf einem Autohof zu finden. Von dort aus gingen wir zur “Esso-Wiese” – ein Platz im Ort direkt gegenüber einer Esso-Tankstelle. Hier gab es das Infozelt und den Presse-Bauwagen und in den weiteren Zelten wurde gekocht. Gesundes, alternatives Essen natürlich. Ich konnte Gespräche mithören wo gefragt wurde: “Sind die Zutaten containert?” Nein, waren sie nicht. Sie stammten von Bauern aus der Region. Und obwohl bodenständige Gerichte mit saisonalen Zutaten verspeist wurden konnte ich von  Medienvertreter überrascht hören: “Das schmeckt aber gut.”

Clowns waren auch dort. Sie hatten ein Transparent mit dem Schriftzug “Grenzwerte”, liefen durch das Publikum, hielten den Schriftzug hoch und riefen in ihrer kindlichen Clownssprache: “Grenzwert hoch!” und dann abwiegelnd. “Ist nicht schlimm, ist nicht schlimm”, wohl um darauf aufmerksam zu machen, dass man ja einfach mal die Grenzwerte erhöhen kann, wie geschehen u.a. in Fukushima.

Ich blieb auf dieser Esso-Wiese, bis der eigentliche Demozug dort vorbei kam und dann ging es Richtung Kundgebungsstätte. Ein riesiger Acker am Ortsrand von Dannenberg mit einer Bühne, über 400 Trecker aus der Region, die ich am Anfang gar nicht gesehen habe, weil das Gelände so groß war und ringsherum viele Stände mit Verpflegung und anderen Sachen. Eine Band spielte Reggae-Musik mit kritischen und lustigen Texten, ein Moderator machte Stimmung.

Da ich Fotos machen wollte, ging ich immer umher. Mal war ich vorne an der Bühne, mal hinten, mal an den Seiten und so fort. Da waren keine Chaoten. Auch die Polizei war dezent vertreten. Ich habe nur zwei Beamte auf dem Acker gesehen, die auf der Brust die Aufschrift “Polizeisprecher” trugen. Auf den Straßen ringsherum standen Mannschaftswagen mit Beamten, aber die regelten hauptsächlich den Verkehr oder hatten gar nichts zu tun. Auch gab es keinen Alkoholkonsum. Ich habe unter diesen tausenden von Leuten einen einzigen Betrunkenen gesehen und ich bin wie gesagt ständig umher gegangen.

Auf der Bühne bekamen verschiedene, zugereiste Gäste das Wort. U.a. ein Mann aus Tansania, der von den Bedingungen berichtete unten denen dort Uran abgebaut wird. Ein Gast aus Fukushima, die von ihren Erlebnissen berichtete und es wurde eine Aufzeichnung von einem Mädchen abgespielt, die den Castor aufhalten wollte, sich auf den Schienen angekettet hatte und dann vor Gericht stand. Sie bekam eine Geldbuße, die sie aber nicht bezahlen wollte und deshalb ist sie nun im Gefängnis. Konservative würden wohl sagen, dass ihre Worte etwas uneinsichtig klangen.

Ich besorgte mir noch Rosmarin-Kartoffeln mit Quark – Erlös ging an die Bürgerinitiative vor Ort – stellte mich bei den Dixiklos an und machte mich dann auf den Weg zum Bus. Auf dem Weg dorthin gab es ein Gasthaus, welches draußen Glühwein für einen Euro anbot. Und ich setzte mich kurz und kam sofort ins Gespräch mit anderen Gästen. Wo hat man das heutzutage noch. Auf der Rückfahrt hörten wir im Bus “Radio Republik Freies Wendland”, welches über den örtlichen Lokalsender ausgestrahlt wurde. Mit den neusten Informationen über den Castor und live Telefon-Interviews von den Sitzblockarden. Aber zu der Zeit war der Castor-Zug noch weit entfernt…

 

 

Occupy Minden – Protestaktion in der Innenstadt

Occupy Minden

Occupy Minden

Am Samstag, den 12. November 2011, fand eine Protestaktion der lokalen Gruppe ‘Empört euch!’ (occupy Minden) von 12 bis 14 Uhr an der Martinitreppe/Rathaus statt. Am offenen Mikrophon hatten Teilnehmer und Passanten Gelegenheit über Sorgen, Nöte oder den eigenen Unmut zu sprechen.

Ich habe auch vorbei geschaut und Fotos gemacht. Engagiert und sympathisch machten die Veranstalter auf ihre Sache aufmerksam. Es gab spontan improvisierte Gesangsdarbietungen mit Trommlerunterstützung (Video), welche die Passanten neugierig machte, es wurden kritische, aber dennoch unterhaltsame Gedichte, Geschichten und Zeitungsartikel zu den verschiedenen Themen vorgetragen und es gab natürlich das Lieblingsgebäck der Bankster: Spekulatius.

Einen ausführlichen Bericht über die Aktion findet man auf den Webseiten der Mindener Rundschau.

Die Gruppe findet man auch über Twitter und Facebook.

Occupy Hannover

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Es brodelte schon lange. Die Bänker bauen Mist, der Steuerzahler muss es ausbaden und die Finanzmanager gönnen sich saftige Extra-Boni. Eigentlich hätten damals schon viele Leute mit Schildern auf der Straße stehen müssen. In New York haben sie es dann getan. Und dann verbreitete sich der Protest in den gesamten USA, aber auch in der ganzen Welt. Überall diktiert die Bankenlobby die Politik. Die Gier regiert – auch in Europa, auch in Deutschland.

Heute ist es die Top-Nachricht bei Tagesschau und den heute-Nachrichten. Die Bürger protestieren auf den Straßen. In Berlin waren es 10.000, in Frankfurt 8.000. Ich war in Hannover dabei. Dort gab es ca. 300 bis 500 Teilnehmer. Natürlich friedlich. Bürgern wurde die Gelegenheit gegeben nicht nur mit Plakaten und Schildern ihren Unmut zu äußern, sondern sie wurden auch ans Mikrofon gerufen. Danach gab es einen Protestzug durch das Bankenviertel in Hannover.

Was mir in Hannover besonders gefallen hat, war die klare Anweisung Fahnen von Parteien und Organisationen wieder einzurollen. Denn es ist ja ein reiner Bürgerprotest.

Weitere Infos rund um das occupy-Thema:

Fotos von der Reenactment-Messe

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Am letzten Wochenende fand die 1. internationale Reenactor-Messe hier in Minden statt. Das interessierte Publikum konnte sich informieren und einkaufen. Es gab Verkaufsstände, Vorführungen und Vorträge. International war die Messe auf jeden Fall. Wer Englisch oder Französisch sprechen konnte war klar im Vorteil.

Ich war dort, um ein paar Fotos zu machen. Bei Fotos von den angebotenen Waren habe ich immer freundlich um Erlaubnis gefragt, da auf Messen immer die Foto-Angst wegen Produktpiraterie umgeht. Obwohl ja die meisten Aussteller eigene Homepages und Internetshops betreiben, auf den sie selbst ihre Waren mit detaillierten Fotos vorstellen. Ich fand aber nur einen Stand, wo extra ein “Keine-Fotos”-Schild angebracht war. Diesen Stand habe ich natürlich ignoriert. Und ein Händler wollte mich nicht so gerne auf seinen Stand lassen, präsentierte mir dann aber ein Stück aus seinem Angebot zum Fotografieren.

Im Allgemeinen war ich aber angenehm überrascht wie freundlich und offen alle von mir angesprochenen Aussteller waren. Einer meinte sogar recht amüsiert Fotos seiner Ware sind kein Problem, da das alles Repliken nach historischem Vorbild sind und jeder könnte ja auch in ein Museum gehen und dort “Produktpiraterie” betreiben.

Weitere Links zur Reenactor-Messe:

2. Oktober Demo am AKW Grohnde

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Am 2. Oktober 2011 fand wieder eine Anti-Atomkraft-Demo am AKW Grohnde statt. Dieses AKW ist ca. 50km von Minden entfernt und soll nach den aktuellen Plänen noch weitere 10 Jahre am Netz bleiben.

Ein halbes Jahr nach dem Erdbeben in Fukushima und den erneuten, halbherzigen Atomausstiegsplänen der deutschen Bundesregierung später darf der Protest nicht abflachen. Zum Programm der Demo gehörte Musik, Kinderprogramm, Diskussionen, Reden und ein Aktionstraining. Gastredner war u.a. der BUND Vorsitzende Prof. Dr. Hubert Weiger.

Von Minden aus konnten Demoteilnehmer mit dem Zug anreisen. Man traf sich am 2. Oktober um 11:15 Uhr am Mindener Bahnhof und reiste mit dem günstigen Niedersachsenticket. Ein Protestmarsch startete um 14 Uhr vom Bahnhof Emmerthal zum AKW Grohnde.

Hier noch ein paar Beispiele zum Thema “Unsere Atomkraft ist sicher“:

Gesunder Mittagstisch in Barkhausen

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Wer Mittags gesund essen möchte, hat nun auch in Porta Westfalica die Möglichkeit dazu. Unter dem Motto “Frische Suppen und mehr” eröffnete das zweite Suppkultur-Restaurant jetzt in Barkhausen. Öffnungszeiten und Menükarte sind online abrufbar. Die neue Suppkultur-Filiale befindet sich im Medizinischen Zentrum am Flurweg zwischen dem E-Center und dem Wesling-Klinikum.

Partyküche – Tipps für die nächste Feier

Gäste können sich ihre Zutaten für die Wok-Nudeln aussuchen

Gäste können sich ihre Zutaten für die Wok-Nudeln aussuchen

Sven und ich haben wieder einen neuen Podcast gemacht. Thema diesmal: Partyküche.  Was sollte man für ein erfolgreiches Essen auf einer Party beachten? Zum Schluss gibt’s noch einen Vorschlag für ein Pastabüffet.

German Photo Angst – Teil 2

Die Angst der (deutschen) Facebook-Benutzer

Im ersten Teil habe ich über meine Verwunderung berichtet über Teilnehmer eines öffentliches Aufzuges, die sich auf einer solchen Veranstaltung exponieren in dem sie sich u.a. kostümieren, aber trotzdem Fotografen misstrauisch gegenüber stehen, als ein Ausdruck von Angst vor der Veröffentlichung eines Bilddokumentes im Internet. Wobei hier wohl besonders das soziale Netzwerk “Facebook” als Schreckgespenst gesehen wird und als Synonym für das World Wide Web (WWW) bzw. das Internet benutzt wird.

Nun habe ich kürzlich auf Facebook eine andere Variante der “German Photo Angst” kennen gelernt und dies von den ach so bösen Facebook-Benutzern selber. Da gab es auf Facebook eine öffentliche Gruppe, die schnell auf 5.000 Mitglieder hochgeschossen ist. In dieser tauschten Mindener ihre Kindheitserinnerungen aus. Unter anderem wurden dort auch alte Fotos mit Mindener Stadtansichten, Sehenswürdigkeiten, Volksfesten eingestellt. Auch alte Firmenlogos oder Produkte, die mit Erinnerungen verbunden waren. Der Initiator und alleinige Administrator der Gruppe fühlte sich durch die explosionsartig gewachsene Teilnehmerzahl überfordert. Auch, aber nicht nur, weil er Bedenken hatte zum Thema Urheberrecht und Persönlichkeitsrecht bei den hochgeladenen Fotos. Er machte die Gruppe wieder dicht. So schade dies für die ca. 5.000 Gruppenmitglieder auch war, denn diese wollten hauptsächlich nur ihre Kindheitserinnerungen auffrischen und austauschen, so konnte man doch sehen, dass das böse Facebook sich durch die Teilnehmer selbst reguliert hatte, denn der Administrator ist auch nur ein einfacher Facebook-Benutzer und auch alle, die ihn wohl mit guten oder weniger guten Ratschlägen bedacht hatten.

Nun gibt es nicht nur eine Gruppe mit dem Wort “Minden” im Titel und so wanderten viele einfach weiter. Auch ich trat der Gruppe “Freunde kennenlernen in Minden” bei (zur Zeit weit unter 1.000 Mitglieder). Hier hat man wohl aus dem Intermezzo der jetzt geschlossenen Gruppe zu lernen versucht und so gibt es in dieser Gruppe mehrere Administratoren und einige Restriktionen, geprägt u.a. natürlich auch durch die “German Photo Angst”. Ausdrücklich wird in der Gruppenbeschreibung und auch in einem extra aufgesetzten Regelwerk betont, dass, wenn überhaupt, nur selbst geschossene Bilder hochgeladen werden dürfen. Das ist ja auch richtig. Man darf halt keine Fotos von irgendwoher “klauen” und dann irgendwo anders wieder ungefragt veröffentlichen. Das gilt allgemein so in Deutschland, auch im Internet und auch bei Facebook, wobei dies auch noch einmal ausdrücklich in den Facebook-Nutzungsbedingungen steht, denen jeder zustimmen muss, wenn er Facebook beitreten will:

“Du wirst keine Inhalte auf Facebook posten oder Handlungen auf Facebook durchführen, welche die Rechte einer anderen Person oder das Gesetz verletzen.”

Damit ist dann nicht nur das Urheberrecht gemeint, sondern auch alle anderen Rechte und Gesetze, zum Beispiel Persönlichkeits- oder Verwertungsrechte.

Die Angst wegen eines Bildes Ärger zu bekommen geht also nicht nur unter denen um die fotografiert werden. In dem oben genannten Beispiel sind es auch die Administratoren von Facebook-Gruppen. Stellt sich die Frage: Können Facebook-Gruppenadministratoren wegen eines Bildes, das ein anderer Facebook-Benutzer eingestellt hat, belangt werden? Und wenn es mehrere Admins in einer Gruppe gibt, welcher Administrator wird dann persönlich belangt seine irgendwie geartete Aufsichtspflicht verletzt zu haben? Sind Gruppenadministratoren, die ja auch eigentlich nur einfache Facebook-Benutzer sind, dann Facebook-Mitarbeiter oder irgendwie von Facebook beauftragt? Haben sie die Pflicht für die Einhaltung der diversen und komplexen rechtlichen Vorgaben innerhalb von Facebook zu sorgen bei Beiträgen von fremden Personen? Wurden sie über die Pflicht, wenn denn eine besteht, belehrt oder aufgeklärt? Oder sind es nur “Kann-Administratoren”, aber keine “Muss-Administratoren”? Diese Fragen wird wohl nur ein Fachanwalt beantwortet können, wenn überhaupt.

Fotouploads in einer Facebook-Gruppe werden also von den Administratoren sehr ängstlich beobachtet und im Zweifelsfall unterbunden oder entfernt. Ich lade allerdings recht selten Fotos direkt bei Facebook hoch. Ich packe meine selber erstellen und meiner Meinung nach unproblematischen Fotos auf Flickr oder in meinen Blog und benutze dann bei Facebook einfach nur einen Link dort hin. Damit dürften die Administratoren bei Facebook dann sowieso aus der Sache heraus sein und könnten sich beruhigt zurücklehnen. So dachte ich.

Bei der oben erwähnten Gruppe ist es aber zur Zeit so, dass die Administratoren noch mehr Angst vor Links haben als vor Fotouploads. Möchte ich in einem Kommentar oder in einer Meldung einen Link setzen, so muss ich vorher einen Admin um Erlaubnis fragen! Stichwort: Link-Haftung. Im schlechtesten Fall also: Keine Fotos, keine Links auf Seiten mit Fotos, wenn der Administrator der Meinung ist irgendetwas sei an den Fotoinhalten auszusetzen, ob dies nun wirklich zutreffend ist oder nicht.

Schon bei geringsten Bedenken wird eine Veröffentlichung vorsichtshalber unterbunden, auch wenn die positiven Effekte für alle Beteiligten offensichtlich sind und eine Beanstandung eher unwahrscheinlich.

Ein Beispiel

Ich kaufte mir ein Tombola-Los für einen gemeinnützige Sache. Mit dabei  bekam ich einen kleinen Flyer mit Infos über die Veranstaltung. Ich legte die beiden Sachen auf den Tisch und fotografiere diese Zettel zur Illustration eines Blogeintrages zum Thema. Einen Link auf meinen Blogartikel bzw. auf das Foto wollte ich dann in der Facebook-Gruppe veröffentlichen, um auf die gute Sache aufmerksam zu machen. Das wurde blockiert. Eine Begründung bekam ich nicht und habe ich auch nachträglich nicht angefragt. Ich vermute man hatte Angst vor möglichen Urheberrechtsklagen, da ja natürlich auch so ein Werbeflyer dem Urheberrecht unterliegt. Also machte ich mir den Spaß und fragte per E-Mail beim Veranstalter eine Erlaubnis zur Veröffentlichung meines Fotos an.

Das Internet und besonders Facebook lebt u.a. von der Aktualität und der Geschwindigkeit. Nichts ist so alt, wie eine Facebook-Beitrag von gestern. Natürlich gehören dazu auch Fotos und besonders Links. Wenn da nicht diese ständige Angst wäre…

Überraschender Weise bekam ich schon nach ein paar Stunden eine Antwort auf meine E-Mail mit einer Freigabe vom Veranstalter der Tombola. Leider war dann über sechs Stunden mein Facebook-Account wegen Wartungsarbeiten gesperrt und so konnte ich erst am folgenden Tag den nächsten Versuch starten meinen Link und mein Foto in der Facebook-Gruppe zu veröffentlichen. Dies mit dem Hinweis, dass ich eine Fotofreigabe vorweisen kann. Es wurde dann nur der Foto-Link, aber nicht der Link auf meinen Blog veröffentlicht. Das ganze natürlich, verzögert durch diesen ganzen Ablauf, relativ spät. Im Moment finde ich den Beitrag gar nicht mehr in der Gruppe. Vielleicht wurde er wieder von einem der anderen Administratoren ängstlich gelöscht. Oder er verschwand einfach in den Annalen der Gruppenbeiträge. Denn so ein Gruppenbeitrag ist zwar für ewig bei Facebook gespeichert, aber schon nach wenigen Stunden oder Tagen, manchmal schon nach Minuten, aus dem Fokus und nur noch schwer auffindbar. Ist auch egal, die Tombola-Veranstaltung ist sowieso schon vorbei.